Die vergangenen Wochen haben uns einiges abverlangt.
Das schwere Unwetter Ende August hat unseren Betrieb bei Pure Selection innerhalb kürzester Zeit auf den Kopf gestellt. Unser Dach wurde massiv beschädigt, Wasser drang in die Lagerflächen ein, Kühlung und Elektrik waren betroffen, Fahrzeuge wurden beschädigt und ein Teil unserer Waren zerstört. Kaum hatten wir uns einigermassen sortiert und die ersten Lieferungen wieder auf den Weg gebracht, sorgten weitere Stürme und Regenfälle für neue Schäden.
Noch immer ist nicht alles wieder so, wie es einmal war. Manche Dinge funktionieren inzwischen wieder, andere nur mit Improvisation. Vieles befindet sich weiterhin im Umbruch und manches braucht schlicht Zeit.

Nach dem Unwetter: Menschen, die einfach angepackt haben
Was uns aus diesen Wochen aber mindestens genauso sehr in Erinnerung bleiben wird wie Hagel, Wasser und ein kaputtes Dach, sind die Menschen, die plötzlich da waren.
Noch während wir selbst versucht haben, einen Überblick über die Situation zu bekommen, wurde um uns herum einfach angefangen zu helfen. Freunde, Familie, Geschäftspartner, Menschen aus unserem beruflichen Umfeld und unsere Kundinnen und Kunden. Manche mit zwei Händen, manche mit einem Telefonat, andere mit Platz, Fahrzeugen, Kontakten oder einfach genau der richtigen Idee im richtigen Moment.

Ein besonderer Dank an Marinello
Ein ganz besonderer Dank geht dabei an Marinello.
Christian war vor PURE SELECTION selbst viele Jahre bei Marinello tätig, zuletzt als Geschäftsführer. Als dort klar wurde, was bei uns passiert war und dass wir kurzfristig nicht wussten, wie und wo wir unsere Waren sicher lagern können, gab es keine langen Diskussionen. Uns wurde kurzerhand ein LKW zur Verfügung gestellt, in dem wir Ware sichern und zwischenlagern konnten.
In einer Situation, in der ohnehin hundert Dinge gleichzeitig entschieden und organisiert werden mussten, war das plötzlich eine Sorge weniger.
„Was braucht ihr gerade?“
Und genau dieses unkomplizierte „Wir schauen, was wir machen können“ haben wir in den vergangenen Wochen erstaunlich oft erlebt.
Einer hatte Platz. Also stellte er ihn zur Verfügung. Eine andere hatte einen Kontakt und griff zum Telefon. Jemand kannte jemanden, der wiederum jemanden kannte. Es wurde transportiert, geräumt, getrocknet, vermittelt, organisiert und mit angepackt. Manchmal war es eine grosse, sofort sichtbare Hilfe. Manchmal nur eine Telefonnummer oder ein kurzer Anruf, der plötzlich eine neue Möglichkeit eröffnet hat.
Und immer wieder kam diese eine, eigentlich ganz einfache Frage:
„Was braucht ihr gerade?“
Wir möchten an dieser Stelle ganz bewusst nicht versuchen, jeden einzelnen Namen aufzuzählen. Nicht, weil diese Hilfe weniger wichtig gewesen wäre – ganz im Gegenteil. Es war gerade die Summe aus unglaublich vielen kleinen und grossen Gesten, die uns durch diese Wochen gebracht hat.
Danke an unsere Kundinnen und Kunden
Eine Gruppe möchten wir aber ganz ausdrücklich hervorheben: unsere Kundinnen und Kunden.
Denn natürlich hatte das, was bei uns passiert ist, auch unmittelbare Auswirkungen auf sie. Lieferungen konnten teilweise nicht wie geplant stattfinden, einzelne Produkte waren plötzlich nicht verfügbar und manchmal konnten wir schlicht noch nicht sagen, wann wieder alles seinen gewohnten Gang gehen würde.
Wir hatten deshalb durchaus mit Rückfragen gerechnet. Mit verständlicher Ungeduld, vielleicht auch mit Ärger.
Was stattdessen kam, war vor allem unglaublich viel Verständnis.
Wir bekamen Nachrichten mit guten Wünschen. Es gab Telefonate, in denen zuerst gefragt wurde, wie es uns geht – und erst danach, wann die nächste Lieferung kommen könnte. Kunden sagten uns, wir sollten uns erst einmal um das Wichtigste kümmern. Andere boten sogar selbst Hilfe an oder liessen uns einfach wissen, dass sie auch dann noch da sind, wenn bei uns gerade nicht alles nach Plan läuft.
Das hat uns mehr bedeutet, als wir in diesen Momenten wahrscheinlich ausdrücken konnten.
Gerade als Unternehmen möchte man zuverlässig sein. Man möchte liefern, was zugesagt wurde. Erreichbar sein. Antworten und Lösungen haben. Und normalerweise möchten wir unsere Kundinnen und Kunden möglichst wenig damit beschäftigen, was hinter den Kulissen vielleicht gerade kompliziert ist.
In den vergangenen Wochen war das nicht immer möglich.
Umso dankbarer sind wir für das Vertrauen, das uns entgegengebracht wurde. Für die Geduld, wenn etwas länger gedauert hat. Für die Flexibilität, wenn wir umplanen mussten. Für das Verständnis, wenn wir noch keine verbindliche Antwort geben konnten. Und vor allem für die vielen persönlichen Worte und Gesten, die weit über eine normale Geschäftsbeziehung hinausgingen.
Dafür möchten wir einfach einmal Danke sagen.
Was wir aus diesen Wochen mitnehmen
Wenn wir heute auf die vergangenen Wochen zurückblicken, sehen wir natürlich Schäden, Wasser und jede Menge Dinge, die nicht so funktioniert haben, wie sie sollten.
Aber wir sehen eben auch Marinello und einen LKW, der plötzlich zur Verfügung stand.
Wir sehen einen, der Platz hatte. Eine, die einen Kontakt hergestellt hat. Jemanden, der einfach mit angepackt hat. Freunde, Familie und Geschäftspartner, die nicht lange gefragt haben, warum etwas nicht funktioniert, sondern was sie tun können, damit es wieder funktioniert.
Und wir sehen unsere Kundinnen und Kunden, die uns in einer Situation, in der wir selbst nicht immer wussten, was der nächste Tag bringen würde, mit unglaublich viel Verständnis, Geduld und Vertrauen begegnet sind.
Noch ist längst nicht alles wieder beim Alten. Die Folgen des Unwetters werden uns bei Pure Selection noch eine ganze Weile beschäftigen. Vieles ist weiterhin im Umbruch, manche Prozesse brauchen Zeit und an einigen Stellen gehört Improvisation nach wie vor zu unserem Alltag.
Wir sind also noch nicht am Ende dieser Geschichte. Manches wird sich verändern, einiges ist noch offen und vieles muss sich erst wieder finden.
Aber eine Sache nehmen wir aus diesen Wochen ganz sicher mit:
Wenn plötzlich nichts mehr nach Plan läuft, zeigt sich ziemlich schnell, auf wen man zählen kann.
Und wir durften feststellen, dass das verdammt viele Menschen sind.
Danke dafür.





